Auf einen Blick
Endverpackung umfasst alles, was nach dem Produkt kommt: Karton oder Tray aufrichten, befüllen, verschließen oder verdeckeln, etikettieren und palettieren. Automatisieren lohnt sich zuerst dort, wo dieselbe Bewegung am häufigsten wiederholt wird. Für ein belastbares Angebot braucht der Lieferant Formate, Stückzahlen, Schichtmodell und Platzverhältnisse.
Die Stationen der Endverpackung
- Aufrichten: Aus dem flachen Zuschnitt wird ein Karton mit verschlossenem Boden, oder ein Tray.
- Befüllen: Das Produkt kommt in den Karton, von Hand, mit Pick-and-Place oder per Roboter.
- Verschließen oder Verdeckeln: Der Karton wird mit Klebeband oder Hotmelt verschlossen, das Tray bekommt einen Deckel.
- Kennzeichnen: Etikett, Druck oder Barcode für Lager und Versand.
- Palettieren: Die Kartons werden auf Paletten gestapelt und gesichert.
Wo anfangen?
Oft beginnt die Automatisierung mit einer einzelnen Station. Aufrichten und Verschließen sind gleichförmige, häufig wiederholte Handgriffe und lassen sich unabhängig von der Befüllung automatisieren. Wer eine Station nach der anderen umstellt, behält den Betrieb im Griff und sammelt Erfahrung für den nächsten Schritt.
Woran man den Bedarf erkennt
- Die Verpackung bremst die Produktion, die Linie wartet auf Kartons.
- In der Verpackung fallen regelmäßig Überstunden oder Zusatzschichten an.
- Mitarbeiter heben, falten und kleben viele Stunden am Tag dieselben Bewegungen.
- Die Verschlussqualität schwankt je nach Person und Schicht.
- Für die Verpackung findet sich schwer Personal.
Den Nutzen überschlagen
Eine erste Abschätzung gelingt mit wenigen Werten: Stunden manuelles Verpacken pro Tag × Arbeitstage pro Monat × Stundensatz × Anteil der Zeit, der durch die Maschine wegfällt. Das Ergebnis sind die Personalkosten, die pro Monat für andere Aufgaben frei werden.
Stellt man diesem Betrag Investition, Wartung, Energie und Verbrauchsmaterial gegenüber, ergibt sich eine grobe Amortisationszeit. Der Effizienz-Rechner rechnet die erste Hälfte mit Ihren eigenen Annahmen vor.
Diese Daten braucht ein Angebot
- Formate aller Kartons oder Trays (L × B × H in mm)
- Stückzahlen: pro Minute in der Spitze, pro Tag, pro Jahr
- Schichtmodell und Arbeitstage
- Produkt: Gewicht, Empfindlichkeit, Lebensmittel oder nicht
- Verschlussart: Klebeband, Hotmelt oder Deckel
- Platz: Grundriss, Höhen, Wege, Anschlüsse für Strom und Druckluft
- Umgebung: Temperatur, Feuchtigkeit, Staub, Hygieneanforderungen
Typische Stolpersteine
Schwankende Zuschnittqualität, unpassende Übergabehöhen zwischen den Stationen, fehlende Puffer und eine größere Formatvielfalt als gedacht verursachen die meisten Probleme nach der Inbetriebnahme. Planen Sie außerdem Zeit ein, um das Personal einzuweisen, und legen Sie fest, wer im Betrieb für die Maschine zuständig ist.

