Auf einen Blick
Ein Kartonaufrichter faltet flache Kartonzuschnitte zu Kartons und verschließt den Boden. Vor dem Kauf sollten fünf Punkte geklärt sein: der Formatbereich aller Kartons, die nötige Leistung pro Minute, die Art des Bodenverschlusses (Klebeband oder Hotmelt), der Platz in der Linie und wie oft das Format wechselt.
Was ein Kartonaufrichter macht
Der Kartonaufrichter entnimmt einen flachen Zuschnitt aus dem Magazin, faltet ihn zum Karton, schließt die Bodenklappen und verschließt den Boden mit Klebeband oder Heißleim (Hotmelt). Am Auslauf steht ein offener Karton, bereit zum Befüllen.
Ob anschließend von Hand oder automatisch befüllt wird, spielt für die Wahl des Aufrichters eine kleinere Rolle. Wichtig ist, dass Takt, Auslaufrichtung und Übergabehöhe zur nächsten Station passen.
1. Formatbereich: alle Kartons erfassen
Listen Sie jedes Kartonformat auf, das die Maschine verarbeiten soll: Länge, Breite und Höhe in Millimetern, einheitlich gemessen, am besten so, wie es im Datenblatt Ihres Kartonlieferanten steht.
Entscheidend sind das kleinste und das größte Format. Beide müssen im Formatbereich der Baureihe liegen. Formate, die nur selten vorkommen, gehören trotzdem auf die Liste, denn gerade sie entscheiden oft über die Baureihe.
2. Leistung: Kartons pro Minute
Rechnen Sie die Leistung aus Ihrer Spitzenlast, nicht aus dem Tagesdurchschnitt: Wie viele Kartons müssen in der stärksten Stunde aufgerichtet werden? Geteilt durch 60 ergibt das die nötigen Kartons pro Minute.
Ein Beispiel: 600 Kartons in der stärksten Stunde ergeben 10 Kartons pro Minute. Planen Sie Reserve ein, denn Formatwechsel, Nachfüllen des Magazins und kurze Störungen kosten Zeit.
3. Bodenverschluss: Klebeband oder Hotmelt
Klebeband ist einfach zu handhaben und braucht keine Aufheizzeit. Hotmelt verklebt die Klappen von innen und kommt ohne sichtbares Band aus. Was zu Ihrem Karton und Ihrer Umgebung passt, beschreibt unser Vergleich Klebeband oder Hotmelt.
4. Zuschnitte und Magazin
Die Qualität der Zuschnitte beeinflusst den Lauf der Maschine. Verzogene oder feuchte Zuschnitte und Kartons mit stark schwankenden Rillungen führen eher zu Störungen. Lagern Sie Zuschnitte trocken und flach.
Klären Sie außerdem, wie viele Zuschnitte ins Magazin passen, wie oft nachgefüllt werden muss und ob die Maschine meldet, wenn das Magazin leer wird.
5. Platz und Einbindung in die Linie
Messen Sie die Stellfläche inklusive Bedienseite und Zugang zum Magazin. Legen Sie fest, wo der Karton die Maschine verlässt und in welcher Höhe er übergeben wird.
Steht der Aufrichter frei, oder wird er inline mit Förderern, Befüllung und Verschließer verbunden? Bei Inline-Lösungen müssen Takt und Puffer zwischen den Stationen zusammenpassen.
6. Formatwechsel und Bedienung
Wie oft wechselt das Format: mehrmals pro Schicht oder einmal pro Woche? Bei häufigen Wechseln zählen ein werkzeugloser Formatwechsel, gespeicherte Formatprogramme und eine verständliche Bedienoberfläche mehr als die letzte Takterhöhung.
7. Sicherheit und CE-Kennzeichnung
Verpackungsmaschinen für den europäischen Markt brauchen eine CE-Kennzeichnung und eine Konformitätserklärung nach der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Ab dem 20. Januar 2027 gilt an ihrer Stelle die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230.
Wird der Aufrichter in eine bestehende Linie eingebunden, klären Sie früh, wer die Sicherheit der Gesamtanlage bewertet.
Checkliste für Ihre Anfrage
- Alle Kartonformate (L × B × H in mm), mindestens das kleinste und das größte
- Kartons pro Minute in der Spitze
- Bodenverschluss: Klebeband oder Hotmelt
- Kartonqualität und Lieferant der Zuschnitte
- Stellfläche, Auslaufrichtung und Übergabehöhe
- Formatwechsel pro Woche
- Schichtmodell
- Umgebung: Temperatur, Staub, Feuchtigkeit

